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Zu Besuch beim Bio-Bauern

Gesundheit plus: Ganzheitliches Lernen zwischen Kuhstall und Hofladen

Hier entscheiden die Milchkühe selbst, wann sie gemolken werden wollen. Auf dem Prickenhof in Kleve steht das Wohlbefinden der Tiere überhaupt an oberster Stelle. Davon konnten sich jetzt auch unsere Siebtklässler, die das PeBo-Modul Gesundheit plus belegt haben, persönlich überzeugen. Nachdem sie sich bereits im Unterricht intensiv mit verschiedenen Fragestellungen rund um die Bio-Landwirtschaft beschäftigt hatten, waren sie gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Tatjana Bartz und Kathrin Geukes jetzt zu einer lehrreichen Exkursion aufgebrochen.

Hofleiter Theo Sonderfeld führte die Gruppe höchstpersönlich über das direkt am Deich in Kellen gelegene Gelände. Zwischen Kuhstall und Hofladen hatten die Jugendlichen ausreichend Gelegenheit, mit dem Landwirt zu vielen im Unterricht erarbeiteten Themen ins Expertengespräch zu kommen. So sprachen sie etwa über die Richtlinien, an die sich Bio-Bauern halten müssen, über den Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft und auch darüber, wie die Preise der direkt erzeugten Bio-Produkte sich zusammensetzen.

Besonders spannend aber fanden die Lernenden es, zu sehen, wie die Tiere auf dem Prickenhof leben. So zeigten sie sich sehr interessiert, als Theo Sonderfeld sie durch den Stall führte. Hier können die Kühe, deren Milch die Haupteinnahmequelle des Hofes ist, selbst entscheiden, wann sie gemolken werden wollen und ob sie dann im Stall bleiben wollen oder auf die Wiese gehen. Das Tor nach draußen steht den ganzen Tag über offen. Natürlich ließen die Jugendlichen es sich nicht nehmen, die Kühe zu streicheln. Sogar füttern konnten sie die Tiere. Zum Abschluss des lehrreichen und spannenden Ausflugs ging es schließlich in den Hofladen, wo Familie Sonderfeld Milchprodukte, Gemüse, Fleisch und andere von Direkterzeugern aus der Region produzierte Lebensmittel anbietet.

Herzlich bedankten sich die Gesamtschüler schließlich bei Theo Sonderfeld für seine Bereitschaft, ihnen seinen Hof zu zeigen und als Experte zur Verfügung zu stehen. Auch die Lehrerinnen Tatjana Bartz und Kathrin Geukes fanden es toll, ihren Schülerinnen und Schülern direkt vor Ort ganzheitliches Lernen ermöglichen zu können - ganz so, wie das Lernen im PeBo-Modul möglichst gestaltet werden soll (siehe Hintergrund).

 

Hintergrund
PeBo:Persönlichkeitsbildung und Berufsorientierung

Im Jahrgang 7 und 8 hat die Gesamtschule Kleve Anteile aus den Fächern Arbeitslehre, Kunst/Musik, Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre zu vier fächerübergreifenden Modulen verzahnt. Jedes der vier Module Technik plus, Gesundheit plus, Musik/Kunst und Demokratie (er)leben wird jeweils über ein Schulhalbjahr unterrichtet.

In den einzelnen Modulen wird der Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler hohe Bedeutung eingeräumt. Sie werden von Anfang an in die Planung und Gestaltung des Unterrichts einbezogen und bekommen Raum und Zeit, eigene Projekte und Ideen zu verfolgen. Selbstbestimmtes und selbstgesteuertes Lernen wird so gefördert, die Selbstwirksamkeitserfahrung der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

Der vierstündige Blockunterricht schafft neben den berufsvorbereitenden und fächerübergreifenden Aspekten zudem Gestaltungsraum für andere Formen von Unterricht. Die Organisation der Unterrichtsmodule im Stundenblock erlaubt eine relativ unkomplizierte Öffnung von Schule hin zur kommunalen und regionalen Öffentlichkeit. So wird soziales Lernen angeregt und die Berufswahlanbahnung unterstützt.

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