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Besser für alle

Lehrer nehmen Bedürfnisse der SchülerInnen genauer in den Blick

An der Gesamtschule soll das Lernen für alle möglich sein.
Viele Kinder, viele Bedürfnisse: Die Lehrer wollen auf alle noch besser eingehen.

An der Gesamtschule Kleve lernen Kinder gemeinsam, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Talente und Neigungen mitbringen. Sie alle so zu unterstützen und zu begleiten, dass sie ihre individuellen Fähigkeiten immer weiterentwickeln können, stellt für die Lehrkräfte jeden Tag eine große Herausforderung dar.

Und doch setzt die Gesamtschule Kleve genau auf diese Heterogenität. Hier sollen SchülerInnen miteinander und voneinander lernen, Schwächen abbauen und Stärken aufbauen. Genau darum geht es auch in dem vom Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann-Stiftung entwickelten Fortbildungsprojekt "Vielfalt fördern", an dem das gesamte Kollegium teilnimmt. Die Lehrkräfte setzen sich dabei in verschiedenen Modulen mit der Frage auseinander, wie es ihnen noch besser gelingen kann, sich auf die unterschiedlichen Potenziale und Interessen der Lernenden einzustellen und sie zu fördern.

Gerade stecken die Lehrer mittendrin in der Arbeit, sie erproben neue Methoden, besuchen sich gegenseitig im Unterricht und versuchen, geeignete Maßnahmen für die Unterstützung ihrer SchülerInnnen zu entwickeln und zu evaluieren. Begleitet werden sie dabei von Moderatoren des Kompetenzteams des Kreises Kleve.
Dabei stellen die Lehrkräfte der Gesamtschule Kleve auch fest, dass ihre bestehenden Konzepte zum Umgang mit der Unterschiedlichkeit der SchülerInnen schon ziemlich weit reichen. So ist es etwa in fast allen Unterrichtsfächern möglich, auf verschiedenen Anforderungsniveaus zu arbeiten, nicht nur bei Übungen, sondern auch bei Klassenarbeiten und mündlichen Prüfungen. Außerdem stehen ausreichend Räume und Zeitfenster bereit, in denen die Jungen und Mädchen selbständig ihren Aufgaben nachgehen können.
Offene und nach jüngsten Ergebnissen der Bildungsforschung aufgebaute Unterrichtsreihen lassen allen Kindern ausreichend Möglichkeiten, je nach Bedürfnissen und Talenten zu arbeiten und sich dabei stetig weiterzuentwickeln. Vor allem aber bekennen sich alle Lehrkräfte bewusst dazu, mit Heterogenität wertschätzend umzugehen und die SchülerInnen so anzunehmen, wie sie sind, um gute Beziehungen zu den Lernenden aufbauen zu können.

Die Lehrer bilden sich fort, hier bei einer Präsentation.
Der Austausch der Lehrer über das Lernen ist besonders wichtig.

"Unser Kollegium ist sehr engagiert und hat das Wohl der SchülerInnen stets im Blick, wir wollen unseren Unterricht und damit unsere Schule immer weiterentwickeln", so Schulleiter Jürgen Schmitz, "deshalb ist die Fortbildung für uns als Schule sehr wichtig, auch wenn wir in der Praxis bereits viele Ideen erfolgreich umsetzen." So seien die Workshops für das Kollegium immer dann besonders fruchtreich, wenn sich die Lehrkräfte wirklich praxisnah austauschen und gemeinsam etwas Konkretes für die SchülerInnen arbeiten könnten.
Unlängst etwa stand die intensive Evaluation und Entwicklung verschiedener Unterrichtseinheiten auf dem Programm: "Wir haben viel geschafft und Gelegenheit gehabt, unseren Unterricht noch besser auf die unterschiedlichen Begabungen zuzuschneiden und Material zu verändern", erzählt etwa Lehrerin Anna Maiworm, "so stelle ich mir gemeinsame Arbeit vor, die uns im Alltag weiter bringt. Das ist für mich Unterrichtsentwicklung."
Auch im Hinblick auf diagnostische Verfahren zur Erhebung besonderer Lernbedarfe oder Unterstützungmöglichkeiten für herausfordernde SchülerInnen hat das Kollegium durch die Fortbildung tieferen Einblick erhalten.
Zudem wird das Projekt durch eine Forschergruppe der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet. Dabei wird nicht nur erhoben, wie die Lehrkräfte das Lernen und Lehren an der Gesamtschule Kleve gestalten, sondern auch, ob und wie die SchülerInnen davon profitieren. Dazu werden in regelmäßigen Abständen Evaluationsbögen ausgefüllt. Außerdem hat die Gesamtschule Kleve eigens eine Steuergruppe "Vielfalt fördern" eingerichtet, die regelmäßig mit dem Kompetenzteam und dem regionalen Bildungsbüro des Kreises Kleve im Austausch über die Fortbildungsarbeit steht und die Eindrücke des Kollegiums zurückspiegelt.

Verleihung der Vielfalt-fördern Plakette
Verleihung: Das Vielfalt-fördern-Siegel zeigt die Bemühungen der Schule.

Auch ein Vielfalt-fördern-Siegel hat die Gesamtschule Kleve für ihre Bemühungen in Sachen Unterrichtsentwicklung von Landrat Wolfgang Spreen und Schulamtsdirektor Hans-Hermann Buyken bereits bekommen. Das Wandschild, so hieß bei der Verleihung, solle künftig allen Eltern, Schülern, Lehrern und Besuchern der Schule auf den ersten Blick deutlich machen, welche besonderen Anstrengungen die Gesamtschule Kleve in die individuelle Förderung ihrer Lernenden und damit der Unterrichtsentwicklung stecke, hieß es. Bislang hat das Siegel allerdings noch keinen festen Platz gefunden. Schulleiter Jürgen Schmitz weiß nämlich nicht, an welchem der beiden Standorte er es aufhängen soll. Hier wird auch deutlich, was die Schule besonders dringend braucht, damit sich die Bemühungen des Kollegiums noch besser und effektiver auf die SchülerInnen auswirken können: Ein echtes Zuhause.

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