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Eine Skulptur mit unserem Schulnamen

Das fertige Projekt ziert nun die Terrasse im Schulgarten

„So etwas brauchen wir auch!“

Mit dieser harmlosen Feststellung von Ricco Dickerboom aus dem Jahrgang 7 begann im Herbst ein langes Projekt an der Gesamtschule am Forstgarten, das nun vorläufig endete. 

Ricco hatte im Rahmen einer Kleingruppenförderung im Fach Englisch das aktuelle Kapitel aufgeschlagen und ein Foto einer Schule aus Liverpool entdeckt. Diese hatte ihren Namen vor dem Schultor in Stein gemeißelt. So war eine Idee geboren, die in Osman Yüksel, einem künstlerisch begabten Klassenkameraden, einen ersten begeisterten Unterstützer fand. Hartnäckig bearbeiteten sie ihren Lehrer Stefan Püplichuisen, den Didaktischen Leiter der Schule. Er war zunächst skeptisch: „Zu teuer, zu aufwendig und außerdem haben wir doch gar keine Ahnung, wie eine solche Steinmetzarbeit geht.“

Doch die Schulsozialpädagogin Sabine Giebels überredete ihn schließlich mit einem Angebot. Sie bot an, einen Steinmetz als Projektleiter zu organisieren, wenn die Schulleitung einen Sponsor für das Material findet. Beide erfüllten ihren Teil der Abmachung. Giebels konnte den Steinbildhauermeister Peter Paul Stahns aus Sonsbeck gewinnen und Püplichuisen die Volksbank Kleverland als Sponsor im Rahmen ihrer Unterstützung für schulische Projekte.

Damit begannen die vorbereitenden Arbeiten für die Schüler. Das Team um Ricco und Osman wurde durch Alexander Knippel verstärkt. Ein Stein wurde ausgewählt, Skizzen gezeichnet, verworfen und letztlich ausgesucht.

Die Fahrt nach Sonsbeck mit öffentlichen Verkehrsmittel war ebenso Teil der Planung der Schüler, wie eine Kosten- und Zeitkalkulation. „Genau das macht Projektarbeit in ihrer Vielfältigkeit aus“, freute sich Giebels. „Man muss ganz alltagspraktisch kleine Hürden überwinden, z.B. die Planung des Transportes und kommt dem Endprodukt so Schritt um Schritt näher. Diese Wirksamkeitserfahrungen kann kaum ein klassischer Unterricht bieten.“

An 6 Projekttagen war das Team dann vor Ort in der Steinmetzwerkstatt, arbeitete mit Kohlepapier, Hammer und Meißel, mit Farben, Flaschenzügen und Kompressoren. Arbeitsplätze wurden eingerichtet und natürlich auch wieder aufgeräumt. „Die Ausdauer und Motivation der Jungen war schon beeindruckend“, so Bildhauer Stahns rückwirkend. „Ich weiß nicht, ob sie sich so lange auf eine Mathematikaufgabe in der Theorie konzentriert hätten. Hier waren sie ganz bei einer Arbeit, die wenig Fehler verzeiht.“

Am Ende war es Ehrensache für das Projektteam, auch mitten in den Sommerferien anzutreten, um das Kunstwerk an seinen vorläufigen Platz zu bringen. Bei fast 40 Grad, kühler Limonade und mit Unterstützung ihrer Familien wurde der schwere Würfel vorläufig ein letztes Mal bewegt.

„Wir nehmen ihn noch genau einmal in die Hand“, versprach Püplichuisen im Anschluss. „Mit dem Generalplaner für den anstehenden Schulneubau werden wir einen Ehrenplatz vor dem neuen Haupteingang finden.“ Initiator Ricco kann das nur unterstützen: „Das ist gut, dann feiern wir noch eine Enthüllung!“ 

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