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Furioser Abschied

Nach wochenlangen, intensiven Vorbereitungen und dem tagelangen Bangen um gutes Wetter wurden die Hoffnungen am Donnerstagmorgen nicht enttäuscht und das Wetter präsentierte sich von seiner besten Seite. Ideale Bedingungen um das Ende des Schuljahres und das fünfjährige Bestehen der Gesamtschule Kleve zu feiern!

Eröffnung des Tages mit einem Gottesdienst

Zunächst allerdings wurde es wehmütig: Es galt den Gründungsschulleiter der Gesamtschule Kleve, Jürgen Schmitz, in den Ruhestand zu verabschieden. Ein Gottesdienst in der St. Willibrord-Kirche in Rindern unter dem Motto „Abpfiff“ und dem Predigtthema „Meine Zeit steht in deinen Händen“ bildete den stimmungsvollen Auftakt in die Verabschiedungsfeierlichkeiten des bekennenden BVB-Fans Schmitz. Schülerinnen und Schüler hatten den Gottesdienst durch ein fußballbezogenes Anspiel und durch Fürbitten mitgestaltet. Auch der Schulchor unter der Leitung von Karin Schulte sorgte mit seinen Darbietungen für einen gelungenen Beginn, der bei Jürgen Schmitz nach eigenen Worten dazu führte, dass er die Aufregung und Anspannung der vorangegangenen Tage hinter sich lassen konnte.

Festakt im PZ

Im Anschluss ging die Verabschiedung in einem Festakt im Pädagogischen Zentrum am Standort Eichenallee weiter. Bereits der Prolog durch den Didaktischen Leiter Stefan Püplichuisen sorgte für heitere Stimmung bei den zahlreichen geladenen Gästen, langjährigen Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen, Familie und Freunden. Mit einem großen Hinweisschild „Satire“ hob er die Fähigkeit von Schmitz hervor, in einer Stunde Mittagspause eine neue Schule konzipieren und umsetzen zu können, und nahm gleichzeitig den immer noch fehlenden Schulnamen aufs Korn. Die Rednerinnen und Redner betonten dann ganz ernsthaft vor allem die Leistungen von Schmitz beim Aufbau der neuen Gesamtschule nach seiner langjährigen Leitung der Realschule, seine Beharrlichkeit, seine Geduld, vor allem aber seine Menschlichkeit und seine Zugewandtheit zu den Schülerinnen und Schülern, wie auch das emotionale Video „Wie ein Kumpel“ der Klasse 8e, in der Schmitz die Lernzeit begleitet hatte, belegte. Bürgermeisterin Sonja Northing bedankte sich bei Schmitz für die Zusammenarbeit und lud ihn zum Spatenstich des neuen Schulgebäudes ein, „wann auch immer er erfolgen wird“. Mattias Otto von der Bezirksregierung Düsseldorf lobte ihn für den Aufbau einer „hochinnovativen und modernen“ Schule. Auch die Schulpflegschaft, der Förderverein und das Schülerparlament bedankten sich bei dem scheidenden Direktor für die konstruktive und häufig auch witzige Zusammenarbeit mit zahlreichen Geschenken, besonders dann mit dem Überreichen einer BVB-Dauerkarte, für die die ganze Schule zusammengelegt hatte.

Musikalisch begleitet wurde das Programm durch die beiden Schülerinnen Luisa Kohla (Kleve) und Helena Happich (Hattingen), Preisträgerinnen von Jugend musiziert 2017, an der Geige und von Schüler David Schleuter an der Gitarre sowie dem singenden Kollegium der Gesamtschule, das musikalisch an Schmitz Leidenschaft für das Radfahren erinnerte. Auch „Kleinkünstler“ Püplichuisen kam erneut zu Wort und fingierte ein Aufnahmegespräch des bekannten Kängurus des Autors Marc-Uwe Kling als Schüler an der Gesamtschule Kleve, welches darin mündete, dass das Känguru sich selbst wie selbstverständlich zum neuen Schulleiter krönte. Auch hier galt natürlich – Alles nur Satire!

Und zum Schluss kam Jürgen Schmitz selbst zu Wort. Unter dem Leitwort „Man muss auch mal loslassen können“ bedankte er sich bei den Anwesenden, bedauerte aber seinen Abschied auch selbst: „Es ist das Wesen von Schule niemals fertig zu sein. Niemals aber hätte ich gedacht, mich von einer derart unfertigen Schule verabschieden zu müssen.“ Abschließend legte er die Schule und das Kollegium vertrauensvoll in die Hände seiner Nachfolgerin Dr. Rose Wecker.

Zum Abschluss verwandelte sich das PZ in eine riesige schwarzgelbe Choreographie, auch wenn Schmitz Wunsch, nicht nur auf den Fußball reduziert zu werden, somit nicht gänzlich erfüllt werden konnte: Zu den Klängen der Liverpool/BVB-Hymne „You’ll never walk alone“ erschienen auf der Leinwand Bilder von Schülern, Lehrern, Hausmeistern und Sekretärinnen in ihren alltäglichen Situationen bei der Arbeit in BVB-Fanutensilien, auch über gegnerische Fanlager hinweg. Selbst das Skelett im NW-Bausteinbüro wurde nicht verschont. Ein Gänsehautmoment, nicht nur für Jürgen Schmitz, begleitet von stehenden Ovationen der Gäste.

Das Schulfest am Nachmittag

Es folgte der Höhepunkt des Tages: Als einer seiner letzten Amtshandlungen eröffnete Direktor Schmitz bei schönstem Sonnenschein das Schulfest. Und es sollte ein abwechslungsreicher und schöner Tag für die vielen Besucherinnen und Besucher, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Gesamtschule, werden: Zahlreiche Darbietungen verschiedener Klassen und Kurse, Akrobatik, Musik und Tanz, die musikalische Untermalung durch die Schulband, die viele verschiedene Hits interpretierte, auf der Außenbühne sowie Aufführungen der Darstellen-und-Gestalten-Kurse der beiden Gesamtschulen Kleve und Emmerich unterhielten die Gäste auf die bestmögliche Weise. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich die Darbietung einiger Lehrerinnen und Lehrer, die ihre eigene Interpretation des Schwanensees lieferten, im Tutu und auf Cityrollern. Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren begeistert und kringelten sich vor Lachen.

Aber auch Mitmachangebote für die Gäste waren zahlreich vorhanden: Ob beim Torwandschießen oder Fußballspielen, auf der Hüpfburg, beim Schminken oder im Wettkampf, beispielsweise beim Sackhüpfen, war für alle, ob jung oder alt, klein oder groß, ein abwechslungsreiches Programm vorhanden. Auch das leibliche Wohl sollte nicht zu kurz kommen, Pommes und Popcorn, Crepes und Kuchen, eine Candybar und Obst aus dem Schokobrunnen, Auswahl gab es reichlich. Man konnte sich aber auch einfach bei einem alkoholfreien Cocktail oder Smoothie an der Strandbar mit dafür eigens aufgeschüttetem Sand entspannen. Alle Klassen hatten somit dafür gesorgt, dass die Besucherinnen und Besucher sich rundum wohl und versorgt fühlen konnten, wie auch die zahlreichen strahlenden Gesichter belegten. Und auch die Lehrerinnen und Lehrer waren überrascht und begeistert, dass sie den Nachmittag einfach nur genießen konnten, da die Schülerinnen und Schüler wie selbstverständlich alles selbst in die Hand genommen hatten.

Und mittendrin war immer wieder Schulleiter Jürgen Schmitz zu sehen, in BVB-Schürze und mit nicht enden wollenden Geschenken in der Hand, die ihm den ganzen Tag immer wieder von den Kindern überreicht wurden. So zog nicht nur Abteilungsleiterin Claudia Rehder ein positives Fazit: „Es war gut, dass wir nach den ganzen anstrengenden und belastenden Wochen und Monaten einfach mal feiern konnten!“ Nach dem Schulfest konnten nun alle Beteiligten mit einem guten Gefühl und einem Lächeln auf den Lippen in die wohlverdienten Sommerferien starten! (shlr)

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